Patient Monitoring Roundtable No°7 | 2025: AI and Data Platforms for Intelligent Patient Monitoring

Save the Date: Der achte und letzte Roundtable für 2025 findet am 27. November zum Thema “High Quality Data: New Opportunities for Neurology” im BIH Digital Labs statt. Interessiert? Dann buche hier dein Ticket für eine On-Site oder Online-Teilnahme!

Welche Use Cases für Künstliche Intelligenz gibt es eigentlich in der Gesundheitsversorgung und wie können sie die Patient:innenüberwachung optimieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des siebten PMRT des Jahres, der unter dem Titel „AI and Data Platforms for Intelligent Patient Monitoring“ im Berliner Simulations- und Trainingszentrum (BeST) stattfand. Forschende, Kliniker:innen, Industriepartner und weitere relevante Stakeholder diskutierten gemeinsam, wie datengetriebene Systeme künftig zu einer vertrauenswürdigen und personalisierten Medizin beitragen können.

Keynote von Prof. Dr. Petra Ritter

Professorin für Gehirnsimulation am Berlin Institute of Health der Charité und Leiterin von TEF-Health

Den Auftakt bildete die Keynote von Prof. Dr. Petra Ritter, die in ihrem Vortrag die europäische Perspektive auf KI im Gesundheitswesen beleuchtete. Ausgehend von der Definition des EU AI Acts erklärte sie, was ein „AI System“ im regulatorischen Sinn ausmacht: ein maschinelles System, das mit unterschiedlichem Grad an Autonomie operiert, nach der Implementierung adaptiv sein kann und Entscheidungen oder Empfehlungen generiert, die reale oder virtuelle Umgebungen beeinflussen.

 

Prof. Ritter stellte heraus, dass es für die Entwicklung vertrauenswürdiger KI-Systeme nicht nur um technische Exzellenz geht, sondern um klinische Validierung, Transparenz und ethische Absicherung entlang des gesamten Lebenszyklus, von der Datenerhebung bis zur Entscheidungsunterstützung.

 

Im zweiten Teil der Keynote stellte sie das Projekt TEF-Health (Testing and Experimentation Facility for Health AI) vor, welches technische und wissenschaftliche Unterstützung bietet, um Health-AI-Systeme sicher zu testen, zu validieren und zu zertifizieren. Ziel ist es, eine gemeinsame europäische Infrastruktur zu schaffen, die Innovation und Regulierung zusammenführt und so die Marktreife von vertrauenswürdigen KI-Anwendungen beschleunigt.

Workshop:
Use Cases für intelligentes Patient Monitoring

Neben der Station unseres Partners Dräger, entwickelten die Teilnehmenden in zwei Forschungsstationen mithilfe der Backcasting-Methode Zukunftsbilder und zeichneten den Weg dorthin rückwärts. Zwei Forschungsstationen standen im Fokus:

Station 1: From Reactive to Predictive Care - Clinical Decision Support Systems (CDSS)

Die Gruppe entwarf ein Zukunftsbild, in dem prädiktive, KI-gestützte Systeme klinische Entscheidungen unterstützen, bevor kritische Situationen entstehen. Bis 2030 sollen Alarme nicht mehr reaktiv, sondern proaktiv ausgelöst werden, gestützt auf multimodale Daten, standardisierte Schnittstellen (z. B. SDC) und kontinuierlich lernende Modelle.

 Meilensteine:

  • 2030: Nutzendenfreundliche Systeme, die Pflegepersonal und Ärzt:innen aktiv einbinden. Ethische und regulatorische Rahmenbedingungen sind etabliert.
  • 2028: Datenstandardisierung und Integration klinischer KI-Modelle. Erste klinische Evaluationen in Pilotstationen.
  • 2026: Fortschritte bei Multiparameter-Analysen und risikobasierter Alarmsteuerung.

Station 2: Digital Twins for Personalized Patient Monitoring

Die zweite Station widmete sich der Vision digitaler Zwillinge, die bis 2050 eine vollständig personalisierte Prävention, Therapie und Nachsorge ermöglichen. Die Teilnehmenden entwickelten Szenarien, in denen der Digital Twin Daten aus verschiedensten Quellen integriert und daraus adaptive Modelle generiert.

 Meilensteine:

  • 2050: Der Digital Twin ist Teil des „lebenden Gesundheitssystems“: kontinuierlich lernend, sicher zertifiziert und ein Instrument für Prävention, Früherkennung und partizipative Medizin.
  • 2040: Regulatorische Rahmenbedingungen und ethische Standards sind etabliert und Interoperabilität über Plattformen hinweg gesichert.
  • 2030: Erste klinische Digital-Twin-Pilotprojekte, kombiniert mit Entscheidungssystemen zur Therapieplanung.

Take Home Messages

 

  1. Vertrauenswürdige KI braucht transparente Validierung, klinische Evidenz und klare Qualitätsstandards.
  2. Interoperabilität bleibt zentral: Datensilos und unklare Zuständigkeiten bremsen, gemeinsame Plattformen und ethisch valide Governance-Strukturen treiben voran.
  3. Nutzer:innenzentrierung ist entscheidend: Schulung, Transparenz und partizipative Gestaltung fördern Akzeptanz.
  4. Kollaboration zwischen Klinik, Industrie und Forschung (wie der PMRT und TEF-Health) ist der Schlüssel für nachhaltigen Fortschritt.

Ärztliche Perspektive gefragt: KI in der Medizin verständlich und transparent gestalten

Passend zum Thema des vergangenen Roundtables wollen wir alle ärztlichen Kolleg:innen auf eine spannende Studie aufmerksam machen:
KI-Systeme halten Einzug in Diagnostik und Therapie – doch wie müssen sie gestaltet sein, damit sie Ärzt:innen wirklich unterstützen und den Anforderungen des EU AI Act entsprechen? Ein Forschungsteam der Charité führt dazu eine Umfrage unter Ärzt:innen durch. Eure Rückmeldung hilft, konkrete Empfehlungen für vertrauenswürdige, praxistaugliche KI-Systeme zu entwickeln.

 

👉 Zur Umfrage: https://survey.charite.de/RADAR1/ 

 

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Kontakt: Dr. Louis Agha-Mir-Salim, Institut für Medizinische Informatik, Charité



Wir freuen uns, euch am 27. November 2025 zum achten und letzten Patient Monitoring Roundtable für 2025 im Digital Labs begrüßen zu dürfen! Thematisch fokussieren wir uns zum Jahresabschluss auf „High Quality Data: New Opportunities for Neurology“. Dabei sein und nicht verpassen!

______________

 

Der Patient Monitoring Roundtable wird von INCH Health in Partnerschaft mit dem Institut für Medizinische Informatik der Charité – Universitätsmedizin Berlin organisiert.

 

Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren Masimo, Dräger und Philips, deren Unterstützung den Patient Monitoring Roundtable erst möglich macht.

 

Ebenso danken wir Prof. Dr. Petra Ritter für ihre inspirierende Keynote, dem Berliner Simulations- und Trainingszentrum sowie allen Teilnehmenden für die engagierte Zusammenarbeit an den Zukunftsszenarien und Visionen für eine intelligente, sichere und patient:innenzentrierte Versorgung.